Weggemeinschaft auf dem Glaubens-Weg

Marianische Bürgersodalität Trier von 1610

Die Marianische Bürgersodalität Trier von 1610 besteht aus den Sodalinnen und Sodalen („Weggefährten“ bzw. Mitgliedern), dem von ihnen gewählten Vorstand und der Generalversammlung. Unter "Sodale" versteht man einen Christen, der sich solidarisch mit der katholischen Kirche fühlt und sich sowohl für das Wohl und Heil seiner Mitmenschen als auch für das eigene im Sinne Mariens – der Mutter aller Gläubigen – einsetzt.

Die Sodalinnen und Sodalen, wie sich die Mitglieder der Sodalität (bzw. der Kongregation)  nennen, stellen sich dem Anspruch Gottes im täglichen Leben, in der eigenen Umwelt und in den Anforderungen der Zeit. Sodalität bzw. Kongregation bedeutet somit Gemeinschaft in Christus. Daher findet die Sodalität ihre Mitte in der Feier der Heiligen Eucharistie.

Als Gemeinschaft des gelebten Glaubens gibt die Sodalität ihren Mitgliedern Hilfe in ihrer christlichen Lebenshaltung und in ihrem apostolischen Dienst in der Welt. Darum soll geschwisterliche Einheit sie verbinden. Die Sodalen sind bereit, einander Hilfe und Rat zu geben und sich füreinander einzusetzen. Maria ist das Vorbild des glücklichen Menschen und des Strebens nach seinem Heil. Maria ist allen nahe, die ihrem Sohn auf seinem Wege folgen. Dies bekennen die Sodalalinnen und Sodalen in ihrem Weihegebet, um ihrer christlichen Berufung gerecht zu werden.

Ziel und Lebensweise der Sodalinnen und Sodalen drücken sich in der Teilnahme an den Veranstaltungen der Sodalität, dem Hauptfest und den Konventen aus. Besonders hierbei sind alle Sodalinnen und Sodalen – sofern sie dazu in der Lage sind – aufgefordert, sich aktiv in die Sodalität einzubringen, sowie durch ihre Präsenz an den gemeinsamen Sodalitätsmessen und Veranstaltungen die Verbundenheit nach innen und außen zu bekunden. Der apostolische Auftrag der Kirche wird von allen Sodalen mitgetragen, um in der Familie und in der Gemeinschaft das Reich Gottes zu entfalten.

  • Marianische Bürgersodalität Trier „Mariae Geburt“ von 1610

    Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts gründeten die Jesuiten an ihren Lehranstalten sogenannte „Marianische Kongregationen“ oder „Sodalitäten“, die der Seelsorge an den Professoren und Studenten galten. Ziel war die Vertiefung christlichen Lebens. Diese Sodalitäten wurden als so attraktiv erfahren, dass auch Männer und Frauen anderer, nicht akademischer Berufe für sich ähnliches erbaten.

    So kam es zur Gründung der „Bürger-Sodalitäten“, wobei die Trierer eine der frühesten Gründungen ist. Die „Marianischen Bürgersodalitäten“ gehören zu den „Apostolischen Kongregationen“ d. h. zu den von Rom anerkannten Gemeinschaften, die dazu gegründet sind, den Angehörigen des Volkes Gottes beizustehen, ihre christliche Sendung in der Welt zu leben.

  • Aufgabe und Ziel einer Marianischen Bürgersodalität

    Die Grundaufgabe ist geblieben: Vertiefung des Lebens aus den christlich-katholischen Glauben heraus. Diese Vertiefung erhält ihr besonderes Gesicht in der Verehrung der Gottesmutter Maria. Insofern ist die Sodalität eine Gemeinschaft von Männern und Frauen, die über das hinaus, was von anderen kirchlichen Einrichtungen zur Stärkung des Glaubens angeboten wird, mehr wollen.

    Die Bürgersodalität versteht sich nicht als Konkurrenz zu den Pfarrgemeinden, sondern als Ergänzung, als ein mögliches Kristallisationszentrum christlichen Lebens.  Die Marianische Bürgersodalität ist also eine Art Hilfsmittel, damit der Sodale bzw. die Sodalin besser seiner bzw. ihrer Aufgabe nachkommen kann, die ihm bzw. ihr aus  der Taufe erwächst: Jesus Christus näher kennenzulernen, den Glauben an ihn zu (er-)leben und im Alltag zu bezeugen.

  • Marianische Bürgersodalität heute?

    In den über 400 Jahren des Bestehens der Marianischen Bürgersodalität Trier haben sich die Zeiten immer wieder verändert. Diese Frage, wie das Leben durch den Glauben an Jesus Christus vertieft werden kann, war und ist immer wieder neu zu stellen. Hierbei gilt es, sich gemäß des Wortes Jesu zu verhalten: „Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreiches geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt (Mt 13, 52).

    Zu diesem „Alten“ gehört die besondere Verehrung der Gottesmutter Maria, die einen erprobten Weg darstellt, „Gott in allen Dingen zu suchen und finden“ (Ignatius von Loyola) und so den Weg der Nachfolge Jesus Christi zu gehen. Maria ist der Mensch, der sich voll und ganz auf das Wort Gottes eingelassen. Die Konsequenz: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter“ (LK 1, 46 f.). Darum „weiht“ sich der Sodale bzw. die Sodalin der Gottesmutter, d. h. er/sie stellt sein/ihr Leben in die Beziehung zu Maria, damit er/sie selbst immer mehr Gottes Wort, das Jesus Christus ist, hört, bewahrt und lebt, damit auch sein/ihr Leben immer mehr gelingt und zu einem Lobe Gottes wird.

  • Wie geschieht dies konkret?

    Die Verbundenheit der Sodalinnen und Sodalen untereinander kommt zum Ausdruck durch

    • die Mitfeier der Sodalenmesse an jedem ersten Sonntag im Monat in der Kongregationskirche, der Welschnonnenkirche, mit anschließendem Empfang,
    • die Mitfeier der großen Marienfeiertage: Das Fest Mariae Himmelfahrt am 15. August sowie das Titelfest Mariae Geburt am 8. September,
    • die Mitfeier der Gedenktage der Patrone der Marianischen Bürgersodaltät Trier: Des heiligen Pierre Fourier am 10. Dezember, der seligen Alix Le Clerc am 2. Februar und des heiligen Josef am 19. März,
    • die Teilnahme am Kreuzweg zum Petrisberg am Palmsonntag, den die Marianische Bürgersodalität für die Christen der Stadt Trier organisiert,
    • die Teilnahme an den Wallfahrten nach Klausen (ggf. auch nach Luxemburg, Mattaincourt und Nancy),
    • die Teilnahme an der Generalversammlung in ersten Halbjahr,
    • die Teilnahme an Vorträgen, die sich mit den Fragen des Glaubens auseinandersetzen,
    • die Pflege und den Erhalt der Kongregationskirche, der Welschnonnenkirche.

     Sodale bzw. Sodalin sein, äußert sich auf der persönlichen Ebene durch

    • das tägliche Kongregationsgebet „Sub tuum praesidium“ – „Unter deinen Schutz und Schirm“,
    • das Mittragen der monatlichen Gebetsmeinung des Papstes (Gebetsapostolat),
    • die jährliche Erneuerung des Gelöbnisses an die Gottesmutter durch Abgabe der Weiheformel,
    • die gelegentliche Teilnahme an Einkehrtagen und Exerzitien.
    • Weiterhin empfehlen die päpstlichen Richtlinien die tägliche Gewissenserforschung, den Angelus, das Rosenkranzgebet, Übungen im betrachtenden Gebet.

    Was diese Gebete bedeuten, wie sie heute zu einem bereichernden Leben beitragen, dies ist in den gemeinschaftlichen Feiern und Veranstaltungen immer wieder zu bedenken und zu besprechen.

  • Der Vorstand der Marianischen Bürgersodalität Trier

    Geistlicher Leiter der Marianischen Bürgersodalität ist der vom Bischof von Trier bestellte Praeses, dem zur Seite ein gewählter Vorstand steht. Der Vorstand besteht aus dem Präfekten bzw. der Präfektin, dem Subpräfekten bzw. der Subpräfektin, dem Schatzmeister bzw. der Schatzmeisterin, dem Schriftführer bzw. der Schriftführerin und den Konsultoren (Beisitzer).

    In der jährlichen Generalversammlung erfolgt der Rechenschaftsbericht, die Aussprache über den gemeinsamen Weg als Sodalität und Entlastung des Vorstandes.